Projekt Wintermantel 2.0 - Auf der Zielgeraden

JEAH, TSCHAKKA, BOOM, BÄM!  Ich tanz mal ne Runde und zeige dem Schweinehund die lange Nase. Neulich konnte ich noch berichten, wie ic...

JEAH, TSCHAKKA, BOOM, BÄM! 
Ich tanz mal ne Runde und zeige dem Schweinehund die lange Nase.

Neulich konnte ich noch berichten, wie ich zuerst meinen Mantel auseinander gefriemelt (klick) und dann alle äußeren Teile aus neuem Softshell in Schön (klick) wieder zusammengenäht habe. JETZT kann ich euch berichten, dass ich quasi fertig bin. FERTIG. Genau, ihr lest richtig. Und noch besser. Nicht nur fertig, auch GLÜCKLICH und ZUFRIEDEN!

Nachdem ich also alle Außenteile zu einem Mantel zusammengenäht hatte, war der Reißverschluss das nächste Teil auf der Liste. Nach all den Jahren gehört dieser übrigens nicht mehr zu meinen Angstgegnern. Vielleicht noch an filligranen Taschen, aber an geraden Linien vorn an einer Jacke? Pfffft. 


Gut, es ist schon wichtig, dass er parallel und gleich hoch angebracht ist. Hab ich alles schonmal falsch gemacht im Laufe meiner Nähkarriere. Also bloß nicht nachlässig und übermütig werden. Aber: Es ging tadellos. Und ich habe es schonmal erwähnt: Softshell ist ein dankbarer Stoff.


Der Reißverschluss sitzt gut, ist auf beiden Seiten auf gleicher Höhe - dann kommen wir zum Zusammennähpart von Außen- und Innenstoff.
Ach halt! Da war ja noch das Ärmelthema. Ihr erinnert euch? Einer länger als der andere? Was auch immer ich damals zusammengenäht habe - er ist jetzt nicht mehr ungleich lang. Und ich habe nichts abgeschnitten. Seltsam. Aber gut. 

Ich habe mich inzwischen für innenliegende Bündchen entschieden, es soll mir doch bitte weder Wind noch Schnee in die Ärmel kommen. Die grandiose Anleitung dazu hatte Nina bereits Januar 2016 auf ihrem Blog "Vervliest und zugenäht" eingestellt und ich fand das sooo gut erklärt, dass ich gar nicht mehr weiter gesucht hab. 


Also: Außenteil fertig, Bündchen am Innenteil dran, Reißverschluss angenäht. Jetzt aber weiter. Alles zusammennähen nach Anleitung und einmal kurz Kopfschmerzen bei der Ärmelsaumanleitung bekommen, dann wenden und TADAAAA alles richtig gemacht. Schnell mal anziehen und gucken ob es passt. Jupp. Ach mei is des schee.

Kommt der Absteppteil. Da wiederum ist Softshell nicht so toll. Rutscht gern mal weg und überhaupt ist der Mantel ein Trümmer unter der Maschine. Das A und O hier ist: Nadel versenken! So gibt es keine Fehlstiche und keine verrutschen Teile. Und natürlich den Mantel vorher gut aushängen lassen und alles mit Klammern fixieren. Damit Futter und Stoff auch wirklich aufeinander liegen und nichts dellt.


Nachdem ich Ärmel, Front, Saum und Kapuze abgesteppt hatte, blieben noch "Kleinigkeiten" zu tun. Zum Beispiel die Blende bzw. den Windschutz vorne annähen. Und Entscheidungen fällen ...



... Denn am Modell ist eine bestimmte Knopfart vorgesehen. Als ich die Jacke 2012 genäht hatte, wählte ich die sportlich-einfache Version und habe Druckknöpfe angebracht. Jetzt aber gefällt mir das nicht so arg und ich werde die ursprünglich angedachte Variante wählen. Die verrate ich euch aber nicht. Nur so viel: Dafür müssen unten und oben je ein Druckknopf innen in der Blende von Hand angenäht werden.


Um die Druckknöpfe bin ich dennoch nicht drum herum gekommen, denn die beiden Taschen brauchten noch Verschlüsse. Ich finde es ja jedes Mal wieder eine Wissenschaft für sich, die richtigen Scheiben für die richtigen Teile zusammen zu setzen. Da schwingt auch immer die Angst mit, dass ich was falsch mache. 


Am Schluss blieb noch Wendeöffnung schließen und dann konnte ich mich zutiefst zufrieden zurücklehnen. HALT. Wer glaubt, das es keinen Schreckmoment gab während der ganzen Aktion, der irrt. Denn am Schluss stellte ich fest, ich hatte etwas vergessen! *aaaarrrrrgggghhh* Ich wollte doch noch das Problem mit den alten Löchern der ehemaligen Druckknöpfe lösen! 


Das hatte ich im Eifer völlig vergessen. Da ich aber jetzt keine neuen Druckknöpfe auf der Leiste anbringen werde, ist das zumindest erstmal nicht schlimm. Entgegen aller Vernunft habe ich die Löcher bisher noch nicht geflickt. Ich überlege noch, ob ich sie nicht einfach mit ein paar Handstichen sichere. Vermutlich wird das so kommen. Aber es eilt nicht, denn der Stoff franst gar nicht. 

Die Jacke ist jetzt fast fertig. Es fehlt noch das gewisse Etwas. Das kommt hoffentlich bald per Post und dann kann ich euch das fertige Projekt zeigen.
Der Schweinehund hatte total unrecht, denn so schlimm war das alles gar nicht und belohnt werde ich mit Wärme, wenn ich draußen unterwegs bin. Ich bin froh, endlich das Projekt Wintermantel 2.0 angegangen zu sein. Oft ist das alles gar nicht so schlimm, wie man es sich anfangs ausmalt. 

Eure 
Janine

Projekt Wintermantel 2.0 - alles auf Anfang, nur in Schön

Weiter geht's in Sachen Wintermantel 2.0. Immerhin wird die Schneedecke ist zwar wieder weg, aber ich friere langsam echt. Bei meinem G...

Weiter geht's in Sachen Wintermantel 2.0. Immerhin wird die Schneedecke ist zwar wieder weg, aber ich friere langsam echt. Bei meinem Glück kommt wahrscheinlich nach Fertigstellung erstmal ein Temperaturhoch bis Januar.*lach*

Das mit dem Auftrennen, zumindest das voneinander trennen, hatte ich ja letztes Mal schon artig erledigt. Nachzulesen hier. Der nächste Schritt ist folgerichtig, den Softshell in seine Einzelteile zu zerlegen.


Die Einzelteile konkret sind: 2x Seitenteil Kapuze, 1x Mittelsteg Kapuze, 2x Ärmel, 2x Front, 2x Rücken. Alles recht überschaubar. Taschen und Blende gehören auch dazu, sind aber nicht mehr verwertbar nach dem Auftrennen.

Warum nicht einfach die Schnittmustervorlage nehmen und neu zuschneiden? Weil ich das bereits einmal gemacht hab, mit meiner Fuchsjacke. Und die wurde ganz schön knapp. Warum? Wusste ich auch nicht, bis nach dem Auftrennen der alten Jacke. 
Denn ...


... ich hatte es anscheinend nicht so mit Nahtzugabe einhalten. Mal 1cm, mal 0,5 cm, mal 0,7cm. Herrschaftszeiten! Ich hab mein 2012-Ich gedanklich öfter getreten!
Also musste ich mich an die alten Schnittteile halten und überall nachmessen, wieviel Nahtzugabe ich wo verwendet hab. Großartig. Zum Glück ist Softshell dankbar und man sieht die Nahtlinien.


Die Frontleiste und die Taschen habe ich neu zugeschnitten nach den Schnitteilen, da wird nix zu klein. Bei den Taschen habe ich mir wie schon bei der Fuchsjacke Klappen dazu gefertigt.

Der Schnitt sieht nämlich offene Taschen vor. Schön groß und geräumig. Soweit so gut, wenn man wie vorgesehen Wollstoff nimmt. Softshell aber tut was? Genau. Wasser abperlen lassen. Und wo perlt Wasser hin? Richtig, nach unten. IN die Taschen. Muhahaha. Wer seine kalten Finger einmal in einer von Schnee nassen Tasche wärmen wollte, der wird wissen, offene Tasche und Softshell im Winter - ein No Go.


Also eine Klappe drüber. Kein Problem. Die Breite der Tasche + gewünschte Höhe, ein bisschen Bogen im unteren Teil und das Ding ist fertig. Kein Zauberwerk. Die Druckknöpfe mache ich später dran.


Das Zusammennähen war dann denkbar einfach, ich musste nur immer gegenprüfen, wie viel Nahtzugabe ich benutzt hatte. Das dicke Futter soll ja noch reinpassen.

Richtig glücklich bin ich jetzt, denn alles passt zusammen. Das Futter hat Platz, ich habe Platz, alles ist lang genug und somit höre ich für diesmal auf. Denn als nächstes folgt der Reißverschluss und dann ist da auch noch das Thema "Ärmel" und die Frage "Versteckte Bündchen rein oder nicht?"


Der Softshell lässt sich momentan echt gar nicht ablichten. Das liegt an der Kombi "beim Nähen knipsen" mit einem Handy und allem Überfluss auch noch abends. Aber es gibt ja am Ende Tragefotos und die mit richtiger Kamera und draußen. :)

Eure 
Janine

Verlinkt zum Freutag




Waschmittel aus Kastanien herstellen

Habt ihr euch schonmal überlegt, Waschmittel selbst zu machen? Statt endlos Geld in Chemie zu stecken, es einfach mal selbst für wenig (ode...

Habt ihr euch schonmal überlegt, Waschmittel selbst zu machen? Statt endlos Geld in Chemie zu stecken, es einfach mal selbst für wenig (oder gar kein) Geld, dafür aber mit Aufwand, herzustellen?


Ich habe das getan. Und zwar aus Kastanien. Weil mich nämlich die Idee von wastelandrebel so angefixt hat, dass ich mir dachte: "Das musst du ausprobieren!" Und weil damals Oktober war, also "Kastanienerntezeit", habe ich mir für das erste Experiment mal eine Hand voll mitgenommen. Und es ausprobiert - trotz zweifelndem Ehemann.

Kastanien sind nämlich voller Saponine. Und die wiederum sind zum waschen geeignet. Gelesen, getan: Ich habe die Kastanien damals gewaschen, zerkleinert und in heißes Wasser getan. Das dann entstandenene Seifenmittel habe ich durch ein Sieb ins Waschmaschinenfach gekippt und damit unsere Wäsche gewaschen. Und sie war hinterher sauber. Jey!

Sprach also nix dagegen, mal in Produktion zu gehen, oder? Kostenloses Waschmittel - wie genial ist das bitte? Und dank Claudia, die mich über Instagram kontaktiert hat, bekam ich einen Berg Kastanien geschenkt um daraus Waschmittel zu machen. Wie toll, dieses Internet und die Menschen dahinter!

Um Waschmittel aus Kastanien herzustellen, gibt es zweierlei Wege: 

A) die frischen Kastanien waschen und abtrocknen, klein häckseln und trocknen lassen.

oder 

B) die Kastanien waschen und trocknen lassen und dann später klein häckseln.

Sicherlich ist die Variante A die leichtere, denn frische Kastanien sind weich. Aber sie birgt meiner Meinung nach das höhere Schimmelrisiko. Wenn die gehäkselten Kastanien nicht richtig gut durchtrockenen, schimmelt alles. Deswegen - und weil es von der Aufbewahrung her einfacher ist - habe ich mich für Variante B entschieden. Fest überzeugt, meine Mixer würden damit schon fertig werden.

Dann kam der Tag der Wahrheit. Die Kastanien waren trocken und nun wurde es Zeit, sie vom Trockenkellerfußboden aufzulesen und in kleine Stücke zu häckseln.


Der 1. Versuch im Blender

Weil ich überzeugt war, mein Blender könne alles (er kann auch Eis, Nüsse und Kaffeebohnen), war er meine erste Wahl. Tatsächlich ging es auch ganz gut. Aber mehr als 3-4 Kastanien schafft er nicht auf einmal. Und es ist so laut, dass ohne Hörschutz arbeiten gar nicht geht!



Die Kastanien werden hier auch richtig fein, wie Pulver. Eigentlich müsste das gar nicht sein, etwas gröber wäre besser. Geht aber im Blender nicht. Aber es dauert ewig und ich glaub, auf Dauer wird er das nicht aushalten.


Der 2. Versuch im Standmixer

Das ging ja wunderbar. Eine handvoll Kastanien, genau richtig gehäckselt. Super!
Und dann kam das böse Erwachen: Die Kastanien bekamen so eine Flugkraft beim Schreddern, dass sie das Plastikgehäuse gesprengt haben. Ob da schon ein Riss war oder die Kastanien solche Kraft ergaben, ich werde es nie erfahren. Hin ist hin und ich ärgere mich darüber ein wenig. Zum Glück haben wir ihn nie gebraucht.




Der 3. Versuch mit Hammer und Muckis

Was die Maschine nicht schafft, muss also die Menschenkraft machen. Dachte ich mir, holte Hammer und Unterlage aus dem Keller und zog mit Kastanien nach draussen. Die Nachbarn hatten Spaß.


Es war generell sehr erfolgreich und auch nicht so laut. Aber eben kalt, wir haben schließlich Dezember. Und für 2 Handvoll habe ich ewig gebraucht. Und es ist sehr ernüchternd, zwei Handvoll geschafft zu haben und den Berg Kastanien der noch aufs häckseln wartet, zu sehen.


Was nu?

Etwas gefrustet ging ich wieder rein und häckselte alle gehammerten Kastanien noch richtig klein im Blender. Das Pulver trocknet jetzt auf zwei Blechen.
Wie soll das weitegehen? Soll das überhaupt weitergehen? Ich will ja nachhaltig leben und finde die Idee grundsätzlich gut, aber ich kann unmöglich die nächsten Wochen täglich Kastanien zu Brei hauen im Garten.

Deswegen habe ich das Netz mal weiter durchsucht und festgestellt, dass ich ja gar nicht alles auf einmal tun muss. Eine Variante ist nämlich, die getrockneten Kastanien nach Bedarf klein zu hauen und in Wasser ziehen zu lassen. Das wären pro Wäsche 5-8 Kastanien auf 300ml Wasser (Quelle: Smarticular) und ganz ehrlich: Die Menge ist überschaubar.



Trotzdem bedeutet das für uns eine Umstellung. Wir waschen nämlich immer so wie es grad ausgeht. 23 Uhr - ach schnell noch ne Wäsche rein für morgen früh. Kurz vor dem Verlassen des Hauses? Komm, wir hauen noch ne Fuhre rein, dann ist es fertig, wenn wir zurück sind.
Das geht dann nicht mehr. Denn die Wasser-Kastanienmischung muss 8 Stunden stehen.

Alternativ kann man natürlich die zerhammerten Kastanien dann noch mixen (oder wenn man einen Hochleitsungsmixer für grüne Smoothies etc. hat, gleich mixen) - denn je kleiner das Schrot, desto schneller lösen sich die Saponine. Bei Pulver reicht schon 30 min Ziehzeit.

Also entspanne ich mich erstmal. Ich lasse das Pulver sicherheitshalber nochmal trocknen, dann fülle ich es für die ersten Runden ab. Die Kastanien kommen in den Keller in eine luftige Kiste und werden bei Bedarf zerkleinert. Vielleicht kaufe ich für den Geruch noch Lavendel, mal sehen. Aber unser derzeitiges Waschmittel hat auch keinen Duft und niemand vermisst was.

Das tolle am Kastanienschrot (Schrot? Hmm...) ist, dass man nach dem ersten Abguss die Menge nochmal mit Wasser ziehen lassen kann für eine 2. Runde. Also pro 8 Kastanien zwei Waschgänge. Wenn man zeitnah wäscht - die Suppe hält nämlich nicht so lang.
 
Ich bin gespannt, wie lange wir auskommen, wie gut die Kastanien halten und ob sie auch wirklich nicht noch schimmeln. 

Für Weißwäsche werde ich übrigens ein anderes Waschmittel hernehmen, weil die Kastanien möglicherweise auf Weiß abfärben (ich habe bisher nur von Vermutungen und Bedenken gelesen, aber keine Erfahrungsberichte). Aber weil ich das 7 Minuten Waschmittel von Wastelandrebel auch ausprobieren will, nehme ich das wohl für Weißwäsche her. Wäre übrigens auch ein Backup, falls ich demnächst doch keinen Bock auf Kastanienschreddern mehr hab. *lach*

Die Sache mit dem Kalk: Wir habensehr kalkhaltiges Wasser und spätestens seit der Werbung mit der kaputten Waschmaschine wissen wir (oder sollen wir wissen?), dass Maschinen durch Kalk kaputt gehen (können). Jetzt habe ich unsere Maschine noch nie entkalkt und muss zugeben, ich weiß nicht mal, ob etwas entkalkendes in meinem sonst hergenommenen Frosch Waschmittel drin ist.

Wenn es ums entkalken geht, kann man unabhängig vom Waschmittel einfach regelmäßig verdünnte (!) Essigessenz oder Zitronensäure in die Maschine tun. Dazu finden sich überall im Netz auf Hausmittel-Seiten, z.B bei utopia oder sarticular viele Tips und Infos.


Eure
Janine

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